So spielten wir und unsere Vorfahren Gesellschaftsspiele 

Fischer
Sämtliche Personen, um einen Tisch sitzend, legen beide Hände flach auf denselben. Ein Spielteilnehmer, "der Fischer", erhebt sich von seinem Platz, fährt mit seiner Hand, das Fischen nachahmend, in einer gewissen Höhe über die Tischplatte hin und her und spricht: "Ich fische, ich fische auf meinem Tische - ich habe die ganze Nacht gefischt und noch keinen Fisch erwischt." Bei den letzten Wort "erwischt" versucht er eine Hand zu treffen, die natürlich alle schnell unter den Tisch verschwinden.  Wird jemand auf seiner Hand getroffen, ist er gefangen und muss ein Pfand zahlen und nun der Fischer sein. 

Wahrheitsspiel
Jeder Spielteilnehmer bekommt ein Blatt Papier, auf welches er oben seinen Namen schreibt. nun wird das Blatt zusammengerollt  und, wie beim Losen, in einen Behälter geworfen. Sind alle Papiere eingesammelt werden sie gemischt und jeder zieht wieder ein gerolltes Papier heraus und schreibt unter den Namen etwas Tadelnswertes über die Person, deren Namen er gezogen hat. Dann werden die Blätter wieder zusammengerollt in den Behälter geworfen ,  gemischt und erneut ein Blatt gezogen, und abermals etwas darunter geschrieben. Zieht ein Mitspieler seinen eigenen Namen, muss er es austauschen. Sind alle damit fertig, so sammelt ein Spielteilnehmer sämtliche Blätter, liest nun, nach Ausrufen des Namens, die darunter geschriebenen Bemerkungen einzeln vor. Bei jeder dieser hat der "Ausgerufene" das recht, den Schreiber zu erraten. Zu diesem Zwecke beobachtet er die Gesichter und sucht dadurch auf die rechte Spur zu kommen. Jedoch darf nur jedes Mal ein Name genannt werden. Wer erraten wird, muss ein Pfand zahlen. Sticheleien oder Beleidigungen dürfen selbstverständlich nicht vorkommen.

Brief schreiben
Zunächst einigt man sich darüber, welche Art von Brief geschrieben werden soll, ob  ein Glückwunsch-, ein Mahn- oder ein freundschaftlicher Brief . Ist dieses geschehen, dann schreibt der erste die übliche Anrede und einen Satz, biegt dann das Blatt knapp unter seiner Schrift um, gibt es seinen Nachbar weiter und sagt ihm dabei das letzte Wort, das er geschrieben hat. An diese Wort knüpft der andere an, schreibt dazu einen Zwischen- oder Schlusssatz, biegt abermals um und sagt sein letztes Wort dem dritten usw. Ist der wunderliche Brief fertig, dann wird er aufgerollt und laut vorgelesen, wobei es meist viel zu lachen gibt. Es können auch mehrere Briefe gleichzeitig geschrieben werden.

Oh weh
Die Spielteilnehmer bilden einen Kreis und halten sich an den Händen.  Man kann dabei ein Lied singen (z.B. das Wandern ist des Müllers Lust o.ä.) oder auch einfach so im Kreis laufen. In der Mitte des Kreise befindet sich ein Spieler mit verbundenen Augen. Sobald dieser mit dem Fuß auf die Erde stampft, müssen alle stehen bleiben und nicht mehr singen. Jetzt geht der "Blinde" zu einen beliebigen Teilnehmer des Kreises, klopft demselben auf die Schulter, worauf dieser mit "Oh weh" (mit verstellter Stimme) antwortet. Errät er aus derselben Stimme den Namen, so wechselt er seinen Platz mit ihm. Errät er den Namen nicht geht das Spiel für ihn als Blinder weiter.

Wie gefällt dir dein Nachbar
Die Spielteilnehmer sitzen in einem Kreis. Ein Spielteilnehmer ist in der Mitte des Kreise und hat keinen Sitzplatz. Er geht nun zu einem beliebigen Teilnehmer und fragt ihn: "Wie gefällt dir dein Nachbar?" Dieser antwortet: "Gut!" so geht er weiter. Erhält aber doch noch eine Antwort: "Mein Nachbar zur Linken gefällt mir nicht!" so sagt er. "Wen wünschest du statt dessen zu deinen Nachbar?" Darauf nennt der Gefragte den Namen der gewünschten Person. Jetzt zählt der Fragesteller aus der Mitte bis drei: "Eins, zwei drei!" In dieser Zeit müssen die betreffenden Personen ihre Plätze wechseln, wobei der Fragesteller bei dieser Gelegenheit sich selbst schnell einen frei gewordenen Platz erobern will. Gelingt es ihm, so muss derjenige seine Stelle vertreten, dessen Platz er erobert hat.

Kongress der Stummen

Die Mitspielergesellschaft sitzt in einem Kreis. Jeder Mitspieler flüstert seinem Nachbarn zur Rechten einen Auftrag ins Ohr, den dieser nach Eröffnung des Kongresses ausführen muss. Sind alle Befehle an jeden Mitspieler erteilt, ruft der Spielführer: "Der Kongress der Stummen beginnt!" Von diesem Augenblick an darf kein Wort mehr gesprochen werden. Nachdem sich alle Spielteilnehmer stumm die Hände geschüttelt haben, bedeutet der Leiter, was nur durch Bewegungen geschehen muss. Der eine hat sich vielleicht zu waschen, der andere die Schuhe zu bürsten, der dritte Staub zu wischen, ein anderer sich die Haare zu kämmen usw. Wer spricht oder lacht (laut), hat ein Pfand zu geben.

Taschentuchwerfen
Alle Mitspieler bilden einen Kreis. In der Mitte steht ein Spieler mit einem verknotetem Taschentuch, welches er einen beliebigen Mitspieler zuwirft und dabei gleichzeitig ein Dingwort (Substantiv )nennt. Derjenige, der das Taschentuch auffängt, muss zu diesem Dingwort ein weiteres Dingwort anhängen, so dass es ein zusammen gesetztes Dingwort ergibt. Zum Beispiel:  "Tür" - "Haus"   ergibt   "Haustür". Wer sich hierbei zu lange besinnt oder ein falsches Wort nennt, bezahlt ein Pfand.

 

Vorschläge für Pfänderauslösungen bei Gesellschaftsspielen

1. Ein Lied singen
2. Allen Anwesenden einen guten Rat geben
3. Allen eine Schmeichelei sagen
4. Ein Tier beschreiben
5. Eine Melodie vorpfeifen, ohne dabei zu lachen
6. Ohne Gebrauch der Hände auf den Fußboden setzen und wieder aufstehen
7. Mit verbundenen Augen einen Gegenstand vom Fußboden aufheben
8. In ein anderes Zimmer gehen und alle Kleidungsstücke (Hose, Jacke, Pullover, Schuhe) verkehrt anziehen, so dass der Verschluss hinten bzw. entgegengesetzt ist und so wieder das Spielzimmer betreten.
9. In jeder Ecke des Zimmers etwas anderes tun: lachen, singen, pfeifen, zischen, klatschen, stampfen usw.
10. Etwas Schwimmendes mit dem Munde aus einer Schüssel Wasser heraus fischen
11. Steine fahren (mit der Stirn hörbar an der Tür hinauf- bzw. hinunter fahren)
12. Mäuschenstill mit ernstem Gesicht dasitzen, während die übrigen Mitspieler scherzhafte Bemerkungen machen

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